Uruguay: Schiedsgerichtshof gibt Regierung im Tabakstreit Recht

Uruguay: Schiedsgerichtshof gibt Regierung im Tabakstreit Recht

Montevideo (dpa) - Die Nachricht aus Washington ist so bedeutsam, dass Tabaré Vázquez zu einer Ansprache vor die Kameras tritt. Der frühere Krebsarzt führt als Präsident von Uruguay einen unerbittlichen Kampf gegen das Rauchen. Zigarettensorten wie «Lights» gelten in dem Land als Verbrauchertäuschung und sind verboten. Ebenso wie Zigaretten-Werbung. Dazu gibt es großformatige Warnhinweise auf Packungen. Und ein sehr strenges Rauchverbot. Der Tabakriese Philip Morris mit seiner weltweit führenden Marke Marlboro wollte das nicht dulden. Und zog vor ein umstrittenes Schiedsgericht. Das war 2010, aber Verfahren vor dem bei der Weltbank angesiedelten internationalen Schiedsgerichtshof ICSID sind langwierig. Allein die Anwaltskosten der uruguayischen Regierung beliefen sich auf rund sieben Millionen US-Dollar. Nun gibt es ein Urteil: Das Gericht habe die Klagepunkte des Konzerns «komplett zurückgewiesen», jubiliert Vázquez in Montevideo. «Es ist nicht zulässig, kommerzielle Aspekte über die Verteidigung der Grundrechte auf Leben und Gesundheit zu stellen.» Die Verfahrenskosten muss Philip Morris Uruguay erstatten.

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Bolivien: Neues Forschungszentrum für Quinoa-Anbau

Bolivien: Neues Forschungszentrum für Quinoa-Anbau

La Paz (dpa) - Der Anbau des in Europas Biomärkten immer stärker gefragten «Inka-Korns» Quinoa soll durch ein neues Forschungszentrum in Südamerika gestärkt werden. Das internationale Zentrum wird in der bolivianischen Gemeinde Paria im Department Oruro für umgerechnet knapp 23 Millionen Euro errichtet. «Wir müssen viel mehr über Quinoa wissen», sagte Außenminister David Choquehuanca am Freitag (Ortszeit) in La Paz. So könne der Nährstoffgehalt noch weit höher sein als bisher gedacht. Auch die Welternährungsorganisation schreibe Quinoa eine große Bedeutung zu. Mit dem Zentrum soll der Anbau neuer Sorten und deren Verarbeitung zu Quinoa-Produkten vorangetrieben werden. Die Pflanze wird vor allem im Hochland wie dem bolivianischen Altiplano angebaut.

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Kolumbien: Zehntausende Venezolaner kaufen Lebensmittel im Nachbarland

Kolumbien: Zehntausende Venezolaner kaufen Lebensmittel im Nachbarland

Bogotá/Caracas (dpa) - Das wirtschaftlich gebeutelte Venezuela hat erstmals seit elf Monaten die Grenze zu Kolumbien für Lebensmitteleinkäufe kurzfristig geöffnet. Zehntausende Venezolaner reisten am Sonntag in die kolumbianische Stadt Cúcuta, um Lebensmittel und Medikamente einzukaufen, die in ihrem Land nicht zu erhalten sind, wie die Zeitung «El Carabobeño» berichtete. «Wir dachten nicht, dass mehr als 10 000 Menschen über die Grenzbrücken kommen würden», erklärte William Villamizar, der Gouverneur des kolumbianischen Departements Norte de Santander, dessen Hauptstadt Cúcuta ist. Der Andrang zeige, dass die Grenze dringend dauerhaft geöffnet bleiben müsse, sagte Villamizar. Der Direktor der kolumbianischen Grenzbehörde, Víctor Bautista, schätzte, dass 35 000 Venezolaner in Cúcuta ankamen. Am Donnerstag hatten rund 500 Frauen den Übergang von Táchira nach Cúcuta durchbrochen, um Lebensmittel einzukaufen. Der Gouverneur des venezolanischen Grenzbundesstaates Táchira, José Gregorio Velma Mora, erklärte, die Regierung habe die zwölfstündige Öffnung erlaubt, um einem weiteren illegalen Durchbruch vorzubeugen, den die Opposition organisieren wollte. Wegen der vielen Menschen an den Grenzübergängen verlängerten die kolumbianischen Behörden die Öffnungszeit um mehrere Stunden.

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Venezuela: Kein Schulunterricht, weil Lehrer für Lebensmittel Schlange stehen

Venezuela: Kein Schulunterricht, weil Lehrer für Lebensmittel Schlange stehen

Caracas (dpa) - Den 25. Februar 2009 wird Germán García-Velutini nicht vergessen. Mitten in Caracas wird er entführt. Elf Monate Angst zu sterben, bis er schließlich freigelassen wird. Der Glaube half ihm durch diese Zeit. Er ist bis heute ein häufig lächelnder Optimist. Die Eigenschaft kann er dieser Tag gut gebrauchen. Velutini sitzt mit Blick über die Hauptstadt Venezuelas im lichtdurchfluteten Büro. Er ist Präsident der renommierten Banco Venezolano de Credito. «Wir haben einen anarchistischen Tropen-Kommunismus», lacht er. Wenn man bei Krediten nur rund 20 Prozent Zinsen verlangen darf, aber die Inflation in diesem Jahr wahrscheinlich bei über 600 Prozent liegen wird, ist das Geldverleihen ein großes Verlustgeschäft für eine Bank. Warum er weiter macht? Es ist die Hoffnung, dass irgendwann bald der Wandel kommt. Ein Abschied vom Sozialismus-Diktat.

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Peru: Andenstaat wird Partnerland der Macfrut 2016 sein

Peru: Andenstaat wird Partnerland der Macfrut 2016 sein

(fruchtportal.de) - Peru wird das Partnerland der Macfrut 2016 sein, die vom 14.-16. September in Rimini stattfinden wird. Nach der Teilnahme an der im letzten Jahr mit einem Stand, der vom Außenhandelsministerium gesponsert wurde und an dem sich zahlreiche Obst- und Gemüseexporteure beteiligt hatten, wird Peru selbst der Protagonist Macfrut 2016 sein, jener Handelsmesse, die von der Cesena Fiera organisiert wird. Es wird nicht nur eine Ausstellung sein, sondern auch eine Gelegenheit, sich auf den Markt zu konzentrieren, mit Kochvorführungen und Veranstaltungen zur Förderung von Obst- und Gemüseerzeugnissen aus Peru und von seinen wichtigsten Partnern in der Obst- und Gemüseerzeugung. All dies wurde in Zusammenarbeit mit Promperù organisiert.

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Brasilien: Fahrzeug-Verkäufe um mehr als 25 Prozent eingebrochen

Brasilien: Fahrzeug-Verkäufe um mehr als 25 Prozent eingebrochen

Rio de Janeiro (dpa) - Im für Autobauer wichtigen Absatzmarkt Brasilien ist der Fahrzeugverkauf im ersten Halbjahr wegen einer tiefen Rezession dramatisch eingebrochen. Wie der nationale Automobilverband Fenabrave mitteilte, ging der Absatz von Autos, Transportern, Bussen und Lastwagen um 25,4 Prozent auf 983 599 Stück zurück. Schon im Vorjahr hatte unter anderem Volkswagen wegen der Konsumflaute zweistellige Verkaufsrückgänge verkraften müssten. VW, seit 1953 in Brasilien und nach eigenen Angaben größter Autobauer im Land, betreibt drei Fahrzeugwerke und eine Motorenfabrik. Auch Daimler, BMW und Audi sind stark engagiert. Im fünftgrößten Land der Welt sank die Wirtschaftsleistung 2015 um 3,8 Prozent, in diesem Jahr droht ein ähnlicher Rückgang.

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