Zwei Männer mit ihren Motorrädern haben sich in diesem Jahr einmal mehr auf den Weg quer über den Globus gemacht. Franz Grieser aus Adelzhausen reiste zusammen mit Ralf Ulber aus Klingen durch einen der abwechslungsreichsten Winkel dieser Erde: Südamerika, Kontinent der Vulkane, Salzwüsten und der höchstgelegenen Großstädte der Welt.

„Wir haben unsere Motorräder mit einem Schiff nach Cartagena in Kolumbien bringen lassen um von dort aus in sieben Wochen bis nach Santjago de Chile zu fahren. 13 000 Kilometer, unglaublich schlechte Pisten in den Bergen und ein paar Pannen an den Motorrädern haben diese Aufgabe für uns jedoch nicht ganz einfach gemacht.“, schildert Franz Grieser. Hier ein Blick in sein Reisetagebuch:

Die Sonne wirft ihre letzten wärmenden Strahlen auf die umliegenden Vulkane. Der eiskalte Wind bläst immer stärker und es wird kälter. Wir brauchen dringend so bald wie möglich einen Schlafplatz. Doch hier ist weit und breit keine Unterkunft zu finden. Wir befinden uns im Altiplano, auf 4500 Meter im Süden Boliviens und sind mit unseren Motorrädern unterwegs zum „Arbol de Piedra“, einem von Erosion geformten Fels, der die Form eines Baumes hat. Eine Straße haben wir die letzten 100 Kilometer nicht mehr gesehen. Wir fahren dem GPS und den vereinzelten Fahrspuren nach. Die vielen Fotostopps und die verdammt schlechte Piste haben uns viel Zeit gekostet.

An einem kleinen Salzsee steht die Ruine eines eingefallenen Hauses. Wir nutzen die Gelegenheit und stellen unsere Zelte an einem windgeschützten Punkt hinter einer Mauer auf. Die heiße Suppe, die wir uns auf dem Benzinkocher zubereitet haben, wärmt uns etwas auf, bevor wir in unsere Schlafsäcke kriechen. Mit Pullover, Mütze, Jacke und langer Hose liegen wir eingepackt da und versuchen zu schlafen, was auf dieser Höhe und bei diesen Temperaturen gar nicht so einfach ist.

Im Morgengrauen kriecht beißende Kälte in mein Zelt. Ich spüre meine Zehen nicht mehr. Bei Sonnenaufgang zeigt mein Thermometer am Motorrad 25 Grad unter dem Gefrierpunkt. Wir laufen etwas umher, um die Zehen und Finger wieder zu durchbluten. Es dauert dennoch zwei Stunden bis das Thermometer wieder leicht ins Plus kommt. Erst dann ist es möglich, die Motorräder zu starten.

Was für ein Gegensatz zu Kolumbien, wo vor drei Wochen unsere Südamerika Reise begonnen hat. An die 40 Grad Hitze und die schwüle Luft in der Karibik haben wir uns schnell gewöhnt. Kolumbien hat uns sehr gut gefallen, wäre da nicht der fade Beigeschmack, den die Zöllner bei uns hinterlassen haben. Ganze drei Tage und einen unglaublichen Papierkrieg hatte es gebraucht, um unsere Motorräder in Cartagena aus dem Hafen zu bringen. Allein diese Geschichte würde mehrere Seiten eines Buches füllen. Die Bevölkerung Kolumbiens ist jedoch freundlich und die Landschaft abwechslungsreich. Vom Regenwald bis zu hohen Bergen hat das Land eigentlich alles zu bieten. Vom ehemaligen Drogenkrieg ist inzwischen nichts mehr zu spüren. In Marinilla, besuchen wir Thomas Breitsameter, einen jungen Mann aus Sielenbach, der für ein halbes Jahr hier als Volontär an einer Schule arbeitet. Er freut sich natürlich, wieder Menschen aus der Heimat zu treffen. Wir unterstützen die soziale Einrichtung mit 500 Euro aus unserer Spendenkasse, bevor es weiter nach Ecuador ging.