Ecuador: Indigene verkünden Ende der Proteste

Ein erster Dialog: Präsident Moreno (Mitte) sprach am Sonntagnachmittag (Ortszeit) mit Vertretern der Demonstranten

 
 
 

Nach tagelanger Gewalt haben Indigenen-Vertreter und Staatschef Moreno Gespräche einen Ausweg aus der Krise gefunden. Moreno nahm das umstrittene Dekret zurück, an dem sich die Proteste entzündet hatten.

Die Regierung von Präsident Lenín Moreno wird ein umstrittenes Dekret zurücknehmen, mit denen staatliche Subventionen für Kraftstoffe gestrichen worden waren, wie der UN-Vermittler Arnaud Peral mitteilte. Im Gegenzug stellt die Indigenen-Bewegung die Proteste ein.

Zuvor waren Moreno und Mitglieder der Dachorganisation der Ureinwohner (CONAIE) auf Vermittlung der Vereinten Nationen (UN) und die katholische Kirche zu Gesprächen in der Hauptstadt Quito zusammengekommen. Die Indigenen-Vertreter forderten bei den live im Fernsehen übertragenen Gesprächen eine Entlassung des Verteidigungsministers und der Innenministerin. Dies sei angesichts der „exzessiven Gewalt“ von Sicherheitskräften gegen Demonstranten eine „Geste des sozialen Friedens“. Außerdem müssten die Subventionen auf Treibstoff wieder eingeführt werden. Dies sei keine Forderung nur der Indigenen, sondern des ganzen Landes.

CONAIE hatte die Proteste, die Ecuador seit Anfang Oktober erschüttern, maßgeblich mitorganisiert. Bei den sozialen Unruhen wurden mehrere Menschen getötet und mehr als 1300 verletzt. Die Ausschreitungen hatten sich an stark gestiegenen Treibstoffpreisen entzündet. Die Demonstranten geben Moreno die Schuld für den Anstieg, da er im März ein Abkommen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) abgeschlossen hatte. Ecuador sicherte sich damit milliardenschwere IWF-Kredite. Im Gegenzug wurde Morenos Regierung zur Auflage gemacht, die staatlichen Subventionen für Kraftstoff abzuschaffen.