Informationen für Urlauber: Das sollten Peru-Urlauber zum Visum wissen

Visum für Peru

 
 
 

Ein Visum ist im Grunde genommen nicht mehr als eine Art Eintrittskarte für ein fremdes Land. Weltweit gesehen haben die deutschen Staatsbürger das Glück, visafrei in die meisten Länder der Welt zu reisen. Doch wie sieht es mit der Einreise nach Peru aus?

Ein Traum vieler Reisenden ist Peru. Denn eine Reise dorthin hat etwas Abenteuerliches, Besonderes und Spannendes an sich. Zugleich bietet das drittgrößte Land in Südamerika die Möglichkeit, zwischen Anden und Amazonas wahre Wunder der Welt zu entdecken. So erlebt man in Peru atemberaubende Landschaften, imposante Inka-Ruinen und eindrucksvolle Bauwerke aus Zeiten der spanischen Kolonialherrschaft. Hinzu kommt noch eine überwältigende „Cocina peruana“. Letztendlich ist Peru ein Land voller Kontraste, die im Laufe eines Urlaubs kaum erfassbar sind. Doch mit einem Flugticket in der Tasche nimmt alles seinen Anfang.

Flug, Zollkontrolle, Grenzpolizei – das erwartet Reisende bei der Ankunft in Peru

Je nach Fluglinie beträgt die Flugzeit von Deutschland nach Lima zwischen 17 und 20 Stunden. Leider gibt es bisher noch keinen Direktflug in die Hauptstadt Perus, sodass stets ein Zwischenstopp eingelegt werden muss. Nach einer gefühlten Ewigkeit und mit großen Erwartungen im Gepäck ist es schließlich so weit – die Reisenden landen auf dem Flughafen Jorge Chávez International. Danach muss nur noch das Gepäck abgeholt und die Zollkontrolle passiert werden. Spätestens jetzt stellt sich die Frage, ob Reisende aus Deutschland ein Visum für die Einreise nach Peru benötigen. Zum Glück brauchen deutsche Staatsangehörige für touristische Aufenthalte von bis zu 183 Tagen im Jahr gemäß den peruanischen Einreisebestimmungen kein Visum.

Bei der Einreise erhalten Reisende eine weiße Einreisekarte, die „Tarjeta Andina de Migración“, ausgehändigt, die ausgefüllt am Schalter der Grenzpolizei vorgelegt werden muss. Anschließend erfolgt die Aufenthaltserlaubnis in Form eines Stempels und zwar sowohl im Reisepass als auch auf der Einreisekarte dokumentiert. In manchen Fällen kann es vorkommen, dass Ausreise- oder Weiterreisetickets den Beamten vor Ort vorgezeigt werden müssen.

Damit nach der Rundreise durch Peru die Ausreise problemlos vonstattengeht, sollte bereits bei der Einreise drauf geachtet werden, dass das Datum im Reisepass sowie auf der Einreisekarte vermerkt wird. Gleiches gilt auch für die Aufenthaltsdauer.

Wichtig ist außerdem, die Einreisekarte nicht zu verlieren. Im Falle eines Verlustes, müssen Reisende zur Einwanderungsbehörde (Oficina de migraciónes), um gegen eine Gebühr eine Ersatzkarte zu beantragen. Gleich, ob Tourist, Student oder Geschäftsreisender, wer die Aufenthaltsdauer überschreitet, muss für jeden Tag eine Strafgebühr in Höhe von 4 Soles entrichten. Und selbst, wenn die Gebühr sich im Rahmen hält, so ist der Gang zur Behörde mit Sicherheit umständlich und zeitraubend.

Welches Visum benötigen Deutsche für eine Reise nach Peru?

Für die Einreise nach Peru benötigen Touristen mit einer deutschen Staatsangehörigkeit kein Visum. Wie bereits eingangs erwähnt, erhalten sie eine Aufenthaltserlaubnis von bis zu 90 Tagen pro Halbjahr. Die tatsächliche Länge des Aufenthaltes wird allerdings vom Grenzbeamten festgelegt und im Reisepass, auf der Einreisekarte sowie im elektronischen System der Einwanderungsbehörde dokumentiert.

Deutsche Staatsbürger, die aus beruflichen Gründen nach Peru reisen, wie zum Beispiel für geschäftliche Verhandlungen oder Besprechungen, brauchen zur Einreise kein Visum. Das gilt allerdings nur, wenn die Reisezeit nicht über 90 Tage in einem Zeitraum von einem halben Jahr überschritten wird. Wer allerdings die Absicht hat, im Rahmen seiner Geschäftsreise Verträge oder Vereinbarungen zu unterzeichnen oder finanzielle Investitionen zu tätigen, der benötigt ein Geschäftsvisum. Ein solches Visum berechtigt einerseits zur Einreise nach Peru und andererseits für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen innerhalb eines Halbjahres. Darüber hinaus müssen sich Geschäftsreisende, gleich welcher Nationalität, nach Ankunft in Peru bei der Finanzbehörde (Superintendencia Nacional de Contribuciones) melden. Wer indes wegen der Durchführung von Arbeiten nach Peru reist, baucht ein Arbeitsvisum. Dieses muss vom Arbeitgeber unter Vorlage eines gültigen Arbeitsvertrages bei der Botschaft oder dem Konsulat der Republik Peru in Deutschland beantragt werden.

Deutsche Staatsangehörige, die in Peru einer Arbeit nachgehen (Arbeitsvisum), eine Universität besuchen (Studentenvisum) oder für eine längere Zeit im Land leben wollen (Residenzvisum), müssen im Vorfeld der Reise ein entsprechendes Visum beantragen.

Anmerkung: Bei der Einreise nach Peru wird den Reisenden zunächst ein Visum von bis zu 90 Tage gewährt. Sollte sich die Aufenthaltsdauer verlängern, kann es im Anschluss bei der zuständigen Behörde um weitere 30 Tage verlängert werden, solange bis die 183 Tage ausgeschöpft sind.

Wer in Peru hingegen einen Aufenthalt länger als sechs Monate plant, muss sich im Vorfeld der Reise nach Peru an die peruanische Botschaft oder das peruanische Konsulat im Heimatland wenden:

Botschaft der Republik Peru, Taubenstraße 20, 10117 Berlin
Generalkonsulate der Republik Peru uA. in Hamburg, München, Düsseldorf, Leipzig

Wie kann man ein Visum für Peru online beantragen?

Für die Beantragung eines Visums für Peru ist es erforderlich, dass der Antragsteller persönlich bei der Botschaft oder beim Konsulat der Republik Peru im Heimatland vorstellig wird. Reisende, die bereits im Land sind, müssen sich an die Einwanderungsbehörden (Superintendencia Nacional de Migraciones) wenden. Eine Verlängerung des Visums ist derzeit online nicht möglich.

Welche Kosten hat ein Visum für Peru?

Wer einen deutschen Pass besitzt, hat Glück. Er muss sich nämlich nicht vor Antritt einer Urlaubsreise bei der Botschaft oder dem Konsulat der Republik Peru um ein touristisches Visum bemühen. Lediglich Reisende, die ein Geschäftsvisum, Arbeitsvisum, Studentenvisum oder Residenzvisum benötigen, sind dazu aufgefordert, bei der Beantragung des Visums persönlich zu erscheinen. Das gilt übrigens auch für visumspflichtige Staatsbürger. Die Kosten für die Beantragung eines Visums liegen derzeit bei 30 Euro.

Wann muss man sein Visum für Peru verlängern?

In der Regel erhalten Touristen bei der Einreise nach Peru erst einmal ein Touristenvisum mit einer Aufenthaltsdauer von 90 Tagen. Wem diese Zeit nicht ausreicht, kann bei den Einwanderungsbehörden (Superintendencia Nacional de Migraciones) in Lima, Arequipa, Cusco, Iquisto Puerto Maldonado, Puno und Trujillo einen entsprechenden Antrag auf eine nachträgliche Visa-Verlängerung stellen.

Superintendencia Nacional de Migraciones:

Lima, Av. Espana 734, Brena
Cusco, Av. El Sol 610
Arequipa, Urb. Quinta Tristán 2do Parque, Los Cedros, José Luis Bustamante y Rivero
Trujillo, Av. Victor Larco Herrera
Puno, Jr. Ayacucho 270

Eine solche Verlängerung wird von den Behörden aber nur dann gewährt, wenn die gesamte Aufenthaltsdauer von 183 Tagen in einem Zeitraum von einem Jahr noch nicht überschritten ist. Sollte dies nicht der Fall sein, lässt sich der Aufenthalt mehrmals um jeweils einem Monat verlängern. Die nachträgliche Verlängerung des Visums beträgt 20 US-Dollar. Darüber hinaus kommt noch eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von 26 Soles (ungefähr 6,50 Euro) hinzu.

Wer länger als sechs Monate im Land bleiben möchten, muss sich letzten Endes um ein längerfristiges Visum kümmern, wie zum Beispiel um ein Studentenvisum oder Arbeitsvisum.

Tipp: Reisende, die für 48 Stunden das Land verlassen und anschließend erneut nach Peru einreisen, erhalten in der Regel erneut eine Aufenthaltserlaubnis für drei Monate in den Pass gestempelt.
Tipp: Da die bürokratischen Mühlen in Peru ein wenig langsam mahlen, sollten Reisende mindestens fünf Werktage vor Ablauf der Aufenthaltsdauer die Verlängerung des Visums beantragen. Dazu müssen Touristen die Gebühren bei der peruanischen Banco de la Nación einbezahlen. Wer eine Verlängerung des Visums von mehr als drei Monaten plant, muss sich wegen einer International Exchange Card („Ficha de Canje Internacional“) in Lima auch an Interpol wenden.

Welche Regelungen gelten in Peru beim Visum für EU-Bürger?

Die meisten Staatsangehörigen der Mitgliedsländer der Europäischen Union und des Schengen-Raums benötigen für die Einreise nach Peru kein Visum. Sie können für eine maximale Aufenthaltsdauer von 90 Tagen pro Halbjahr das drittgrößte Land in Südamerika bereisen. Der Besuch kann entweder durchgehend erfolgen oder in mehreren etappenweisen Besuchen innerhalb der sechs Monate. Auf das Jahr gesehen stehen Bürgern aus den EU-Ländern und dem Schengen-Raum 183 Tage gesetzlich zur Verfügung.

Nach Ablauf dieser Aufenthaltsdauer muss das Land jedoch wieder verlassen werden. Bei Überschreiten der gewährten Frist werden Strafgebühren sowie eine Bearbeitungsgebühr fällig, die bei der Ausreise eingefordert werden. Auch beim Verlust der Einreisekarte kann es zu einer Geldstrafe kommen.