Wie sicher sind Reisen nach Südamerika?

Weite Teile von Südamerika befinden sich aktuell in einer instabilen Sicherheitslage, wie zum Beispiel Chile

 
 
 

Gewaltsame Proteste in Chile und Bolivien, ein rechtsextremer Präsident in Brasilien, ein Unrechtsregime in Venezuela – Südamerika kommt momentan vielerorts einfach nicht zur Ruhe. Selbst in vermeintlich stabilen Ländern wie Uruguay und Ecuador ist die Lage aktuell konfuser denn je. TRAVELBOOK erklärt, wie sicher Reisen nach Südamerika noch sind.

Seit gewaltsame Proteste das vermeintlich sichere Reiseland Chile erschüttern, blicken Urlauber aus aller Welt nicht mehr nur mit Neugier, sondern auch mit Besorgnis auf Südamerika. In vielen Ländern des riesigen Kontinents schwelen aktuell Konflikte, gehen Menschen auf die Straße, reagieren Führungskräfte mit autokratischen Anwandlungen. TRAVELBOOK sprach anlässlich der Krisen mit dem Reisesicherheits-Experten und Autoren („Handbuch Reisesicherheit“) Sven Leidel und erklärt, wie gefährlich das Reisen nach Südamerika momentan ist.

„Es gibt in der Tat eher gefährliche, bzw. instabile Länder wie z.B. Venezuela oder Bolivien“, sagt Leidel. „Und auf der anderen Seite wiederum stabile und weniger gefährliche Länder wie z.B. Uruguay, Französisch-Guyana, Chile und Suriname. Nach meiner Einschätzung kann man durchaus Urlaub in weiten Teilen Südamerikas machen, es kommt nur darauf an, welches Land man sich im Konkreten aussucht, und wie man sich dafür vorbereitet, bzw. welche Maßnahmen man zum Selbstschutz betreibt.“

TRAVELBOOK beleuchtet die Länder des Kontinents Südamerika und sagt, wie sicher es dort aktuell für Urlauber ist:

Argentinien

Seit Jahren befindet sich das Land im wirtschaftlichen Niederganges leidet unter einer Inflation von 50 Prozent. In der Vergangenheit war es immer wieder zu weitgehend friedlichen Protesten für und gegen Noch-Präsident Macri gekommen, der am 10. Dezember sein Amt abgeben soll – ob das so bleibt, sollte sich die wirtschaftliche Krise weiter zuspitzen, ist jedoch nicht absehbar. Was die generelle Sicherheitslage im Land betrifft, schreibt das Auswärtige Amt: „Die Kriminalitätsrate ist in Argentinien recht hoch. Landesweit ist Vorsicht und Wachsamkeit angebracht. Selbst tagsüber und auch in besseren Wohngegenden kommt es zu Überfällen. Die Täter können bewaffnet sein und schrecken vor Gewaltanwendung nicht zurück.“

Leidel: „Die Kriminalität ist am häufigsten in den größeren Stadtgebieten des Landes, darunter Buenos Aires, Cordoba, Rosario und Mendoza. Die Entführung für Lösegeld bleibt in Argentinien ein Problem, aber solche Verbrechen betreffen meist Bürger der Mittel- und Oberschicht oder Expatriates.“

Von der Kriminalität sind also hauptsächlich Einheimische betroffen, aber natürlich kann das auch Urlauber treffen. Die wirtschaftliche Lage ist jedoch dramatisch.

Brasilien

Seit der rechtsgerichtete ehemalige Militär Jair Bolsonaro das Land regiert, kommt es nicht mehr zur Ruhe – Journalisten beschimpft er als „Lumpen“, aktuell gibt es laut „Tagesspiegel“ den Verdacht, er könne in einen Mordfall verwickelt sein. Brasilien selbst rutscht seit der Fußball-WM 2014 und den Olympischen Spielen in Rio 2016 immer tiefer in die wirtschaftliche Krise, machte 2019 vor allem durch die massiven Regenwald-Brände Schlagzeilen, die seit Januar schwelen. Bolsonaro schreckt auch nicht davor zurück, die Natur seines Landes für wirtschaftliche Interessen zu opfern.

In der Vergangenheit gab es bei Massenprotesten auch immer wieder Tote, zudem erschüttert eine seit Jahren anhaltende, immer noch zunehmende Kriminalität das Land. Das Auswärtige Amt warnt daher unter anderem: „Die Kriminalitätsrate und die Gefahr, Opfer eines Raubüberfalls oder eines anderen Gewaltverbrechens zu werden, sind in Brasilien hoch, besonders in den Großstädten wie Belém, Fortaleza, Maceio, Porto Alegre, Recife, Rio de Janeiro, Salvador, São Luiz und São Paulo.“ Leidel ergänzt: „Gewaltfreie Straßenkriminalität ist das Sicherheitsproblem, das die Besucher Brasiliens am ehesten betrifft; aber auch gewalttätige Straßenkriminalität, Drogenhandel und drogenbezogene Gewalt sind erhebliche Sicherheitsbedenken.“

Bolivien

Auch hier kam es in jüngster Vergangenheit zu gewaltsamen Protesten mit Todesopfern, angesichts derer Langzeitpräsident Evo Morales schließlich zurücktrat – genau das hatten die Demonstranten gefordert, denn Morales wurde Wahlbetrug vorgeworfen. Angesichts des momentanen Machtvakuums im Land wird eine andere Krise wieder offenbar, nämlich die offene Feindschaft und das Misstrauen zwischen den Bewohnern des Hochlandes, viele wie Morales oft arme Koka-Bauern, und den Bürgern aus dem Tiefland, viele davon reiche Farmer.

Dass Morales auf Druck des Militärs zurückgetreten ist, schürt bei nicht wenigen die Angst vor einem neuen, vielleicht blutigen Machtkampf – in der Vergangenheit war es immer wieder zu gewaltsamen Umstürzen und Putschen gekommen, Ex-Präsident Morales ist mittlerweile nach Mexiko ins Exil geflohen. Das Auswärtige Amt schreibt dazu: „Nach dem Rücktritt des Präsidenten Morales am 10. November 2019 kommt es zu Vandalismus und Plünderungen. Die Entwicklung der Lage ist derzeit nicht absehbar. Weitere Unruhen insbesondere in größeren Städten sind nicht auszuschließen.“ Leidel bestätigt: „Die größte Sorge für Reisende nach Bolivien sind derzeit die anhaltenden zivilen Unruhen. Proteste, Straßensperren und ein unbefristeter Generalstreik dauern im ganzen Land an.“

Chile

Es fing an mit einer Erhöhung der Busfahrpreise und wuchs sich zu Massenprotesten aus, die bereits zahlreichen Menschen das Leben gekostet haben. Mehr noch als gegen die Fahrpreise gehen die Chilenen heute gegen die soziale Ungleichheit auf die Straße, gegen das Gefühl, dass sich kleine Eliten auf Kosten der armen Bevölkerung bereicherten. Noch-Präsident Sebastián Piñera setzte gegen sein Volk bewaffnetes Militär ein, bezeichnete die Demonstranten laut „BBC“ als „mächtigen Feind“, der Gewalt anwende und dabei auch den Verlust von Menschenleben akzeptiere, um größtmöglichen Schaden anzurichten.

Obwohl die Fahrpreiserhöhung nach Aufflammen der Proteste quasi sofort zurückgenommen wurde, warnt das Auswärtige Amt: „Weitere Protestaktionen und auch Ausschreitungen in Santiago und anderen größeren Städten des Landes können dennoch nicht ausgeschlossen werden. (…) Meiden Sie öffentliche Plätze und Menschenansammlungen wie Protestveranstaltungen weiträumig.“ Leidel sagt: „Straßenkriminalität ist das größte Sicherheitsproblem für Reisende nach Chile. Chile hat sich in den letzten Jahren zu einem Umschlagplatz für Medikamente in die USA und zu einem Zentrum für Geldwäsche entwickelt. Die meisten Vorfälle von Drogenhandel ereignen sich in der nördlichen Grenzregion des Landes und betreffen selten Reisende. Die chilenische Polizei gilt als die professionellste, am wenigsten korrupte Polizei in Lateinamerika und als gut ausgebildet.“

Ecuador

Tote bei Protesten im Oktober auch im sonst als sehr stabil geltenden Ecuador: Die gewaltsamen Ausschreitungen brachen los, weil Präsident Moreno Subventionen für Treibstoff streichen wollte. Die Benzinpreise stiegen daraufhin laut der spanischsprachigen Webseite der „BBC“ kurzzeitig teilweise um bis zu 120 Prozent, auch die Kosten für den Nahverkehr sollten sich erhöhen. Wie bei allen Protesten in Südamerika geht es aber auch um wachsenden Unmut über soziale Ungleichheit, um die immer weiter auseinanderklaffende Schere zwischen Arm und Reich.

Das Land selbst ist mit etwa der Hälfte seines Bruttoinlandsproduktes verschuldet, die Sparmaßnahmen von Präsident Moreno sollten den Weg ebnen für einen Milliardenkredit durch den Internationalen Währungsfond (IWF). Ecuador hat bereits sechs Staatsinsolvenzen hinter sich, die letzte datiert aus dem Jahr 1999. An einem runden Tisch wurden die Preiserhöhungen schließlich gekippt, woraufhin wieder Ruhe im Land einkehrte. Das Auswärtige Amt berichtet über den Abbau von Straßensperren, zudem wurde der am 3. Oktober verhängte, 30 Tage geltende Ausnahmezustand nicht verlängert. In den Reise- und Sicherheitshinweisen finden sich daher sonst auch „nur“ die üblichen Warnungen vor Kriminalität. Leidel: „Drogenschmuggler, Paramilitärs und Rebellengruppen operieren angeblich in der Nähe der kolumbianischen Grenze.“

Französisch-Guayana

Ein Überseedepartment von Frankreich und damit quasi Teil der EU – hier bezahlt man auch mit dem Euro. Hier kam es laut „France24“ 2017 zu Protesten, weil sich die Einwohner des Staates vom „Mutterland“ vergessen fühlten. Die Arbeitslosenquote betrug damals 22 Prozent, die Hälfte der Bevölkerung lebte von einem Einkommen von weniger als 500 Euro im Monat. Damals wurde das sogenannte „Abkommen von Guayana“ unterzeichnet, Frankreich entschuldigte sich gar bei den Bewohnern – passiert ist seitdem wenig. Zwar habe man Millionen in ein Krankenhaus investiert, dennoch sei die Gewaltrate eine der höchsten in der Region, und auch der Drogenschmuggel „blüht“. Das Auswärtige Amt warnt hier vor allem vor Malaria, dem Zika-Virus, Dengue-Fieber und Chikungunya-Fieber, eine Gelbfieberimpfung ist zudem vor der Einreise Vorschrift. Leidel: „Kriminalität ist das Hauptproblem im Zusammenhang mit der Sicherheit von Reisenden nach Französisch-Guayana.“

Guayana

Auch im früher britisch regierten Guayana haben sich Schulden von mehr als 50 Prozent des Bruttoinlandsproduktes angehäuft, wie die Seite „Datos Macro“ berichtet. Die Mordrate ist mit 18,37 Opfern auf 100.000 Menschen hoch, allerdings hat das Land auch gerade einmal knapp 800.000 Einwohner. Das Auswärtige Amt warnt hier vor Gewaltkriminalität, insbesondere bewaffneten Raubüberfällen und Schießereien. Leidel sieht auch Drogenhandel und Piraterie als Probleme. Er sagt: „Die wichtigsten Sicherheitsbedenken für Kurzzeitreisende nach Guyana sind Kriminalität, Bandenaktivitäten und Proteste. Der Drogenhandel ist in Guyana weit verbreitet, betrifft aber im Allgemeinen keine Kurzzeitreisenden.“

Kolumbien

Wohl kein Land in Südamerika boomt im Tourismus aktuell so stark wie Kolumbien – das ist vor allem dem Umstand zu verdanken, dass es nach der Befriedung großer Teile der Rebellengruppe FARC sehr viel sicherer geworden ist, hier zu reisen. Auch gibt es zwar immer noch massiven Drogenhandel, jedoch nicht mehr eine Übermacht krimineller Kartelle wie in den 80er und 90er Jahren – der Tourismus ist mittlerweile eine wichtige Einnahmequelle für zahlreiche Regionen des Landes. Auch in Kolumbien kam es jedoch im Oktober 2019 zu (meist friedlichen) Massenprotesten, als die Bevölkerung gegen nicht eingehaltene Regierungsversprechen protestierte, wie „Noticias“ berichtet. Die Proteste legten tagelang Kolumbiens größte Städte lahm.

Das Auswärtige Amt gibt trotz aufkeimendem Tourismus immer noch dringende Reisewarnungen für zahlreiche Regionen in Kolumbien, aktuell verstärkt für die Grenzregionen zu Venezuela. Besonders in ländlichen Gegenden sei „die staatliche Kontrolle nicht gewährleistet“. Laut Leidel seien auch Entführungen nach wie vor ein Problem, auch sei ein „nicht unerheblicher Teil der Polizei korrupt und an kriminellen Aktivitäten beteiligt“. TRAVELBOOK-Redakteur Robin Hartmann hat bei zwei Besuchen in dem Land 2013 und 2016 ausschließlich positive Eindrücke gesammelt und sagt: „Solange man das selbe umsichtige Verhalten an den Tag legt wie überall sonst auch, wird man sehr wahrscheinlich eine wunderbare und ungetrübte Urlaubserfahrung machen.“

Paraguay

Ende März 2017 setzte die Polizei gegen politische Demonstranten Wasserwerfer und Gummigeschosse ein – 2019 flammten die Proteste in Paraguay immer wieder ortsweise auf. Präsident Benítez ist zwar erst seit August 2018 im Amt, dennoch gab es schon öffentliche Rücktrittsforderungen. Die Seite „Pro Paraguay“ beschreibt die Schulbildung, Gesundheitsversorgung und Ernährungssituation als katastrophal, zwei Drittel der Bevölkerung lebten in teils schlimmster Armut. Paraguay steht mittlerweile mit an der Spitze der Soja exportierenden Länder, um den Preis, dass seine Wälder sukzessive zerstört werden.

Experte Leidel sieht besonders im Dreiländereck mit Argentinien und Brasilien das organisierte Verbrechen und den Drogenhandel stark, aber auch „mutmaßliche islamistische Terrorzellen“. Generell seien Entführungen mit anschließenden Lösegeldforderungen zum Problem geworden. Das Auswärtige Amt warnt wie Seidel vor der Guerilla-Organisation EPP (Ejército del Pueblo Paraguayo) sowohl im Norden als auch dem Süden des Landes: „Bei ihren Anschlägen zielt die EPP hauptsächlich auf Polizei und Militär, mitunter sind aber auch Zivilisten betroffen, immer wieder auch mit Todesfolge.“

Peru

In der Hauptstadt Lima kam es zu Protesten, weil Präsident Vizcarra das Parlament auflösen ließ, welches wiederum den Präsidenten absetzte – am Ende wurde alles rückgängig gemacht. Das Auswärtige Amt warnt wegen der aktuellen Lage: „Im gesamten Land führen soziale Unruhen, Streiks und Demonstrationen immer wieder auch zu teilweise gewaltsamen Auseinandersetzungen und Straßenblockaden, die auch Behinderungen im Reiseverkehr verursachen können.“ Leidel: „Straßenkriminalität ist das Sicherheitsproblem, von dem Reisende nach Peru betroffen sein werden, insbesondere in den größten Städten des Landes wie Lima, Cusco, Arequipa, Puno und Juliaca. Während die Gewaltkriminalität in den letzten Jahren zugenommen hat, ist die Wahrscheinlichkeit, dass Kurzzeitreisende von Gewaltkriminalität betroffen sind, geringer als bei opportunistischen Diebstählen.“

Suriname

Das kleine Land steht vor einem großen politischen Umbruch, denn laut „Zeit“ war bereits 2018 jeder zehnte Einwohner Surinames Chinese – der asiatische Staat investiert Milliarden in den Abbau von Rohstoffen wie Getreide, Holz, Diamanten und Öl. Laut der Seite „Datos Macro“ beträgt das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf gerade einmal etwas mehr als 5000 Euro – zum Vergleich: In Deutschland sind es etwas mehr als 40.000 Euro. Die Staatsschulden in Suriname liegen aktuell über 78 Prozent des BIP.

Das Auswärtige Amt warnt vor Demonstrationen und Diebstahldelikten, Leidel sagt: „Kriminalität und Drogenhandel sind in Suriname ein Problem. Es gibt nur eine minimale staatliche Kontrolle über die östlichen Regionen des Landes. Überreste einer ehemaligen Guerilla-Gruppe könnten zu politischer Instabilität in diesem Gebiet führen.“

Uruguay

Politische Stabilität, vergleichsweise hohe Lebensqualität und eine funktionierende Demokratie – nach außen hin erscheint Uruguay wohl nicht wenigen als Modellstaat. Jedoch hat das Land sowohl die zweithöchste Überalterungsrate als auch die zweithöchste Selbstmordrate in ganz Südamerika, wie die „BBC“ berichtet. Außerdem habe sich das Bildungssystem seit Jahrzehnten nicht verändert, zudem leide das Land unter der höchsten Arbeitslosigkeitsrate seit 2007, demnach ist fast jeder Zehnte ohne Job (9,8 Prozent). 2018 stieg die Mordrate im Vergleich zum Vorjahr um 45 Prozent, gewaltsame Überfälle nahmen gar um 53 Prozent zu. Uruguay wird demnach auch immer mehr zum Umschlagplatz für Drogen aus Kolumbien, Peru und Bolivien.

Das Auswärtige Amt warnt: „In Montevideo (Uruguays Hauptstadt, Anm. d. Red.) gab es in den letzten Jahren einen spürbaren Anstieg der Kriminalität. Der Schwerpunkt liegt auf Raub- und Diebstahlsdelikten, zunehmend mit Waffengewalt.“ Leidel ergänzt: „Straßenkriminalität – einschließlich Taschendiebstahl und ‚Smash-and-Grab-Raub‘ – ist das größte Sicherheitsproblem, von dem Reisende nach Uruguay am ehesten betroffen sind, insbesondere in den städtischen Gebieten des Landes.“

Venezuela

Aus keinem Land kamen in den vergangenen Jahren so viel Schreckensnachrichten wie aus Venezuela: Immer wieder Massenproteste mit vielen Toten, Millionen von geflohenen Bürgern, Unterdrückung jedweder politischer Opposition und Andersdenkender, dazu die schlimmste Inflation auf der ganzen Welt. Seit Jahren spitzt sich die Situation immer weiter zu, selbst eine versuchte Intervention seitens des Vatikans brachte 2016 nichts, mit Juan Guaidó hat sich 2018 sogar bereits ein Gegenpräsident berufen lassen – allein, das Chaos nahm nur immer weiter zu.

Leidel sagt: „Venezuela gilt als eines der gefährlichsten Länder der Welt. Vorfälle von Mord, Entführung, Autodiebstahl und anderen Gewaltverbrechen haben in den letzten Jahren in ganz Venezuela dramatisch zugenommen, was auf die explodierende Inflationsrate des Landes, die hohe Arbeitslosigkeit, die weit verbreitete Armut und das korrupte Polizei- und Justizsystem zurückzuführen ist.“ Das Auswärtige Amt mahnt: „Entführungen zur Erpressung von Geldzahlungen und Überfälle mit Waffengewalt haben zugenommen. Auch Deutsche sind davon betroffen gewesen. Die Straßenkriminalität in venezolanischen Großstädten, besonders in Caracas und Maracaibo, ist unvermindert hoch. Auch außerhalb der Städte ist, z.B. auf Landstraßen, mit Gewaltkriminalität und Überfällen zu rechnen.“