Handel mit Schweinefleisch: Russische Importe aus Südamerika steigen

Nachdem die Importbeschränkungen gegen Brasilien aufgehoben wurden, stiegen die Lieferungen nach Russland 2019 wieder stark an.
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KOPENHAGEN. Die russischen Einfuhren an Schweinefleisch sind im vergangenen Jahr gestiegen, blieben aber im Vergleich zu früheren Jahren auf einem deutlich geringeren Niveau.

Wie der Dachverband der dänischen Agrar- und Ernährungswirtschaft (Landbrug & Fødevarer, L&F) auf Basis vorläufiger Zolldaten berichtete, importierte Russland 2019 insgesamt 89.040 t Schweinefleisch einschließlich Nebenerzeugnissen und Speck, das waren 11,2 Prozent mehr als im Vorjahr.

In den Jahren 2011 und 2012 führte Russland noch jeweils mehr als 1,1 Mio. t Schweinefleisch ein. Danach ließen politische und veterinärrechtliche Importverbote sowie die mit Subventionen stark ausgeweitete Eigenerzeugung die Importe massiv sinken. Zudem trugen der Verfall des russischen Rubels und Kaufkraftverluste zur Einschränkung des internationalen Schweinefleischeinkaufs bei.

Im vergangenen Jahr gab es de facto nur noch sieben Lieferländer für den russischen Markt. Der bedeutendste hiervon war Brasilien, wobei das südamerikanische Land seine Exporte nach Russland gegenüber 2018 auf 40.973 t mehr als verdreifachen konnte. Der starke Anstieg lag daran, dass brasilianische Ware fast das ganze Jahr 2018 über wegen zuvor gefundener Rückstände des Wachstumsförderers Ractopamin nicht ins Land gelassen wurde. Brasilien hat mittlerweile neue Kunden in China gewonnen und die nach Russland gelieferten Mengen liegen deutlich unter den rund 250.000 t, die noch vor vier Jahren dorthin abgesetzt wurden.

Der vermehrte Bezug von Schweinefleisch aus Brasilien ging offenbar zu Lasten von Chile, dessen Liefermenge nach Russland um fast 41 Prozent auf 25.618 t sank. Dafür orderten die russischen Importeure in Argentinien mit 13.365 t fast 46 Prozent mehr Ware als im Vorjahr. Weitgehend unverändert blieb der Bezug von Schweinefleisch aus Paraguay mit 4.582 t. Aufgrund der Sperrung von Anbietern aus Weißrussland wegen Verstößen gegen russische Veterinärauflagen gingen die Importe aus diesem Nachbarland im Vergleich zu 2018 um 74 Prozent auf 2.083 t zurück. Eher unbedeutend waren die nach Russland verkauften Mengen des siebten Lieferanten Kasachstan, die zwar gegenüber 2019 um rund ein Viertel zunahmen, sich insgesamt aber nur auf 588 t beliefen.