Rekordblitze über Südamerika: 700-Kilometer-Blitz gemessen

Blitze in den Wolken können sich manchmal Hunderte von Kilometern weit über den Himmel erstrecken.
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Gleich zwei neue Rekorde bei Gewittern hat am Mittwoch die WMO in Genf bekannt gegeben: Den von der Distanz her längsten je gemessenen Blitz und den am längsten dauernden Blitz der Welt. Beide wurden über Südamerika gemessen.

Wie die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) mitteilt, ergab die Auswertung von Datensätzen einen Rekordblitz von 709 Kilometer Länge, der im Oktober 2018 durch die Wolken über Brasilien flackerte. Das entspricht in etwa der Entfernung von Rügen quer über fast ganz Deutschland hinweg bis nach München. Derart enorme Blitzwege sind nur in den oberen Bereichen ausgedehnter Gewitterkomplexe möglich, deren elektrisch geladene Eiswolkenschirme vom Höhenwind über weite Himmelsareale verweht werden.

Damit übertraf dieser Mega-Blitz über den Weiten Brasiliens den bisherigen Rekord aus dem Jahre 2007 um mehr als das Doppelte. Damals hatte ein Wolkenblitz über den USA eine Länge von 321 Kilometer erreicht.

Der zweite Mega-Blitz beeindruckt durch seine enorme Dauer: Er wurde am 4. März 2019 über dem Norden Argentiniens registriert und dauerte fast 17 Sekunden lang. Auch das Dauerfeuer dieses Blitzes übertraf den vorherigen Rekordhalter um mehr als das Doppelte. Der hatte im Jahre 2012 über Südfrankreich knapp acht Sekunden lang gedauert.

In unseren Breiten sind Gewitter meist nicht so energiereich wie in den Tropen und den Subtropen. Daher erreichen Blitze in den Wolken hierzulande nur selten Längen von mehr als 100 Kilometer. Und auch ihre Dauer ist selbst bei ausgedehnten Gewittern meist nur auf wenige Sekunden begrenzt.