Großflächiger Stromausfall in Südamerika

In Argentinien und Uruguay sind 44 Millionen Menschen von einem Ausfall im Stromnetz betroffen. Die Energieversorger konnten erst kleine Erfolge beim Neustart erzielen.

Nach dem massiven Stromausfall in Argentinien und Uruguay melden die Energieversorger erste Fortschritte bei der Lösung des Problems. Bis zum Sonntag Nachmittag hatten über 1,5 Millionen Menschen in Argentinien wieder Strom. Im kleinen Nachbarland Uruguay ging es ebenfalls voran: Die Behörden gingen davon aus, dass die meisten der drei Millionen Einwohner bald wieder ans Netz angeschlossen sein würden.

Mehr als 44 Millionen Menschen waren von dem Blackout betroffen. Das Stromnetz der beiden Länder ist verbunden, und das argentinische Netz ist allgemein für seinen schlechten Zustand bekannt: Umspannwerke und Leitungen sind vielerorts mangelhaft. Der Energieversorger UTE meldete später, das Stromnetz sei von Grund auf neu gestartet worden.

Flächendeckender Ausfall

In beiden Ländern war es am frühen Morgen zu dem Stromausfall gekommen. Das argentinische Energieunternehmen Edesur Argentina sprach von einem flächendeckenden Ausfall.

Nach Angaben der argentinischen Zeitung La Nación waren die Hauptstadt Buenos Aires und verschiedene Provinzen des Landes betroffen. Die BBC berichtete von gestoppten Zügen und ausgefallenen Ampeln. In Teilen von Argentinien fanden am Sonntag lokale Wahlen statt.

Nach Angaben von Edesur war die Ursache eine „massive Störung“ im Stromnetz. Auch Teile von Brasilien und Chile sollen betroffen sein. In Paraguay soll es ebenfalls zu einigen Ausfällen gekommen sein, berichtet die BBC. Der uruguayische Anbieter UTE erklärte, das Problem sei um 7.06 Uhr Ortszeit im argentinischen Netz aufgetreten. Die Ursache stand dem argentinischen Energieministerium zufolge zunächst nicht fest. Edesur teilte mit, an einer Übertragungsstelle zwischen den Werken Yacyretá und Salto Grande im Nordosten des Landes habe es eine Panne gegeben.

Zusammen haben Argentinien und Uruguay etwa 48 Millionen Einwohner und Einwohnerinnen. Entscheidend für die Netze beider Länder ist der gemeinschaftlich betriebene Staudamm Salto Grande. Dieser befindet sich rund 450 Kilometer nördlich von Buenos Aires und rund 500 Kilometer nördlich von Uruguays Hauptstadt Montevideo.