Neues europäisch-latein­amerikanisches Forschungsprojekt zu Gallenblasenkrebs

Heidelberg – Ein neues europäisch-lateinamerikanisches Forschungskonsortium soll klä­ren, warum Krebserkrankungen der Gallenblase in Südamerika deutlich häufiger auftreten als in Europa. Außerdem geht es darum, Risikomarker zu identifizieren sowie Frühdiag­nos­tik und Prävention zu verbessern.

Sprecher und Koordinator der 13 Partner aus Chile, Peru, Bolivien, Argentinien, Norwe­gen, England, Deutschland und Frankreich ist Justo Lorenzo Bermejo, Leiter der Arbeits­gruppe Statistische Genetik am Institut für Medizinische Biometrie und Informatik am Universitätsklinikum Heidelberg.

Die Europäische Kommission fördert das Konsortium im Rahmen des „Horizon-2020­“ Programms in den kommenden sechs Jahren mit insgesamt 4,68 Millionen Euro.

„Gallenblasenkrebs hat ein großes Präventionspotential, denn die Erkrankung entwickelt sich langsam innerhalb von 20 bis 30 Jahren und die Entfernung der Gallenblase ist eine relativ einfache vorbeugende Maßnahme“, erläuterte Bermejo. Allerdings fehle es an Risikomarkern, die zuverlässig anzeigten, bei wem ein solcher Eingriff sinnvoll und gerechtfertigt sei.

Diese Unsicherheit in Kombination mit dem allgemein hohen Risiko für diesen Krebs in Südamerika führe in Chile dazu, dass bei Beschwerden und Gallensteinen schnell – und häufig unnötig – operiert werde, wobei das Gesundheitssystem die Kosten des Eingriffs trage.