Rundreise durch Argentinien und Brasilien, 2. Teil

Den Vormittag in Buenos Aires können wir nach unseren eigenen Vorstellungen gestalten. Wir haben beschlossen, gemeinsam einen Stadtrundgang zu unternehmen.

  1. Tag: Mittwoch, 4.10.2017 – Buenos Aires, Flug nach El Calafate

Ohne Eile beginnen wir mit dem ältesten Caféhaus der Stadt (seit 1858), dem „Tortoni“ in der Avenida de Mayo. Berühmtheiten wie Hillary Clinton oder der Papst waren auch schon hier. Weiter über den zentralen Platz Plaza de Mayo biegen wir ein in die Einkaufsstraße Av. Florida, besuchen das bekannte Kaufhaus Galeria Pacifico. An der Avenida de 9 Julio halten wir am Schriftzug „B A“ neben dem Obelisken für ein paar Fotos. Auf dem Rückweg zum Hotel „umschiffen“ wir eine Demonstration, sicher ist sicher.

Mittags holt uns Ines vom Hotel ab. Die Fahrt zum Flughafen nutzen wir für einen kurzen Abstecher in das Villenviertel von Palermo. Maradonna hat hier auch mal gewohnt.

Vom Stadtflughafen Jorge Newbery fliegen wir mit Aerolinas Argentinas nach Patagonien. Drei Stunden dauert der Flug nach El Calafate am Lago Argentina. Gerhard, eigentlich Gerardo, empfängt uns. Er lebt schon ca. 30 Jahre hier, kennt sich also bestens aus und spricht fließend Deutsch ohne jemals im Land seiner deutschen Vorfahren gewesen zu sein.

Kau Yatun heißt unser Hotel. Der Name soll in der Sprache der Ureinwohner „Steinhaus“ bedeuten. Das Landhotel ist aus einer Farm entstanden. In der weitläufigen Anlage fühlen sich Vögel, insbesondere diese schönen Goldhalsibise wohl. Und wir fühlen uns beim Abendessen in gemütlicher Runde, stilvollem Umfeld und netter Bedienung ebenfalls sehr wohl hier.

4.Tag: Do, 5.10.2017 – Perito Moreno-Gletscher

80 Kilometer von El Calafate entfernt befindet sich der berühmte Gletscher Perito Moreno, also für hiesige Verhältnisse ein Katzensprung. Doch auf diesem Katzensprung bis dahin gibt es Einiges zu sehen: Allein die Fahrt entlang des Lago Argentino ist landschaftlich reizvoll. Und dank unseres aufmerksamen Fahrers Eduardo können wir auch mehrere Kondore beobachten. Die Aasfresser haben anscheinend ein totes Rind ausfindig gemacht.

Im Gletschernationalpark unternehmen wir als Erstes eine Schifffahrt bis etwa 300 Meter an die Abbruchkante (Sicherheitsabstand…) des Perito Moreno Gletscher heran. Bei Abfahrt unseres Schiffes setzt Schneefall ein, aber das typisch wechselhafte Wetter Patagoniens beschert uns etwas später auch wieder Sonne, so dass wir noch ganz gute Sicht auf die Eismassen haben. Noch beeindruckender als diese Schifffahrt ist unsere anschließende zweieinhalb stündige Wanderung in Gletschernähe. Diese Wanderung führt entlang einer grünen Landspitze. Das Besondere ist, dass sich der Gletscher auf diese Landspitze zubewegt, sich hier aufstaut, damit den Lago Argentino in zwei Seen teilt, der obere See sich aufstaut und irgendwann der Wasserdruck diese Eisbarriere aufbricht. Ein Naturschauspiel, welches sich alle paar Jahre wiederholt. Derzeit ist wieder Aufstauphase.

Kurz vor Beginn unserer Wanderung gibt es noch einmal einen heftigen Schneeschauer, doch dann zeigt sich das Wetter freundlich. So erleben wir einen traumhaft schönen Nachmittag. Mit welchen Worten kann man nur dieses Naturerlebnis beschreiben? Da ist dieser Kontrast von grünen Bäumen und Sträuchern, wo wir uns bewegen, und die Farben des Gletschereises von weiß bis tiefblau. Immer wieder verleiten neue Perspektiven zu immer mehr Fotos. Dazu kommen die Geräusche des kalbenden Gletschers, hin und wieder bricht ein Stückchen von dieser riesigen Eismasse ab. Einfach schön, kaum in Worte und Fotos zu fassen, aber wir waren da, haben es mit allen Sinnen aufgenommen und tragen wunderschöne Erinnerungen mit uns…

Zurück im Kau Yatun Hotel klingt der Tag bei einem gemütlichen Abendessen aus. Als Aperitif probieren wir einen Calafati, ein Likör aus den Früchten des Calafate-Strauches (eine Berberis-Art), der uns in Patagonien oft begegnet. Wir kennen den Begriff „kalfatern“ für das Abdichten von Holzschiffen. Da einst die Spanier aus den Früchten dieses Strauches eine Kalfatermasse für ihre Schiffe hergestellt haben, bekam der Strauch so seinen Namen. Und woher ich das jetzt weiß? Naja, Victoria wird es uns morgen auf der Farm erzählen

(Text & Bild: Frank Nimschowki für Eberhardt-Travel.de)